Sinnhaftigkeit in unserem Leben gibt uns Halt und Orientierung. Sie weist uns den Weg.
Um so besser, wenn wir sie schon in jungen Jahren finden. Schlecht, wenn sie unterwegs auf der Strecke bleibt! Doch was macht Sinn aus, wodurch entsteht er und was bedeutet dieser für jeden Einzelnen? In welchem Zusammenhang steht Sinnhaftigkeit mit Hochbegabung und macht eine hohe Intelligenz im Erleben von Sinn einen Unterschied?
Welche Rolle spielt das Entwickeln von Lebenssinn in der Förderung hochbegabter Menschen?
Die Psychologin und Forscherin zu Lebenssinn, Tatjana Schnell, beschreibt in ihrem Buch
„Die Psychologie des Lebenssinns“ diesen wie folgt:
Um die Bedeutung von Sinn besser greifbar zu machen, ist es hilfreich dem Ursprung dieses Wortes auf den Grund zu gehen.
Übertragen gedeutet aus dem Ethnologischen, bedeutet der Begriff „Sinn",
die Richtung, welche wir bewusst in unserem Leben einschlagen [1].
Da er auf das indogermanische Wort “sent” zurückgeht, was so viel wie „eine Richtung nehmen, eine Fährte suchen“ ausdrückt [2].
Aber auch die philosophische Auslegung ist aussagekräftig. Diese besagt, Sinn sei die Bedeutung, die jemand einem Gegenstand, einem Erlebnis oder Verhalten zuschreibt [3].
Sinn ist etwas Variables und immer vom Urteilenden selbst gegeben.
Folglich wird Lebenssinn definiert durch den persönlichen Stellenwert und der Geltung, die jemand etwas erteilt. Deshalb ist er auch nichts Statisches, sondern veränderbar. Lebenssinn wird somit zu einem vielschichtigen Konzept [4].
Doch was brauchen wir, um Sinnhaftigkeit in unserem Leben empfinden zu können?
Aus der empirischen Sinnforschung geht hervor, dass es vier wichtige Voraussetzungen benötigt, damit wir unser Leben als sinnvoll erachten.
Kohärenz
Kohärenz besagt, dass das eigene Wirken, unsere Zielgerichtetheit und Wahrnehmen der Lebensrealität im Einklang miteinander stehen. Wir haben den Eindruck, wichtige Aspekte des Lebens stimmen miteinander überein, fügen sich ineinander und vervollständigen sich gegenseitig [5].
Ein wichtiger Bestandteil für das Erleben von Sinnhaftigkeit ist eine Übereinkunft des Bildes über sich selbst und der Welt [6].
Bedeutsamkeit
Bedeutsamkeit ist die Erfahrung, dass eine Aktion ein Echo erzeugt. Wobei es nicht um Ansehen oder Status geht. Sondern um die persönliche Leistung, welche eine Rückmeldung erfährt, Auswirkung hat andere bewegt und uns Beachtung schenkt [7].
Orientierung
Orientierung weist aufgrund einer inneren Richtschnur, eines kontinuierlichen Wertefundaments und Überzeugungen, einen bestimmten Weg. Sie ermöglichen Bewertungen und Einordnungen und das Fällen einer Wahl. Das Herausbilden eines Standpunktes, welcher für das Verfolgen einer Intension unverzichtbar ist [8].
Zugehörigkeit
Zugehörigkeit ist das Bewusstsein ein Element von etwas Größerem zu sein. Ein wichtiger Teil einer Gemeinschaft, in Verbindung zu sein und für diese einzustehen [9] [10].
Diese Gesichtspunkte sind grundlegende Bestandteile für das Entwickeln von Lebenssinn.
Sie geben Anhaltspunkte, jedoch führen sie nicht auf die Ursachen zurück, woraus sich dieser erschließt. Denn dies ist ein sehr variabler und individueller Aspekt. Zudem wird das Vorhandensein von Sinnhaftigkeit meist nicht aktiv wahrgenommen, jedoch kann dieser Vorgang willentlich begangen werden [11] [12].
vertiefender Podcast
Wie empfinden intellektuell Hochbegabte Sinnhaftigkeit und wie kann es ihnen gelingen ihren persönlichen Lebenssinn zu entwickeln?
Da Lebenssinn immer etwas Individuelles und Veränderliches ist, welcher immer durch die jeweilige Person selbst definiert wird, stellt sich die Frage, woraus intellektuell hochbegabte Menschen Sinn schöpfen? Welche Bedeutung und Stellenwert hat dieser für sie?
In einer Umfrage unter höchstbegaben Erwachsenen von Christina Heil (eine erfahrene Psychotherapeutin von Hochbegabten), über das persönliche Erleben ihrer Begabung, geben diese ihr Empfinden und Bedeutung von Sinnhaftigkeit folgendermaßen wieder:
Ein intensives Auseinandersetzen mit Themen, die die menschliche Existenz betreffen aber auch mit globalen Schwierigkeiten. Zudem waren sie sich der Problematik der Weltkrisen sehr bewusst und empfand viel Mitgefühl angesichts der Not vieler Betroffener.
Es wurde als bereichernd angesehen, diesbezüglich einen Beitrag leisten zu, wenngleich sie nicht immer um Mittel und Wege wusste, dies nutzbringend umsetzen zu können.
Auffallend viel setzten sie sich mit dem grundsätzlichen Sinn von Leben und Sterben auseinandergesetzt. Diese Thematik wurde als einen bedeutenden und präsenten Aspekt im Leben empfunden [13].
Doch wie gut gelingt es hochbegabten Menschen tatsächlich Sinnhaftigkeit in ihrem Leben zu integrieren und einen Weg zu beschreiten, der dies tatsächlich widerspiegelt?
Die Umfrage von Christina Heil ergab auch, dass recht häufig Sinnkrisen durchlebt wurde.
Diese brachten die Teilnehmer mit folgenden Gründen in Zusammenhang.
Die mit Argwohn betrachtenden gesellschaftlichen Verhältnisse, welche leidvolle Lebensbedingungen
und weltweite Konflikte verursachen. Zudem äußerten einige Besorgnis über die Entwicklung der Menschheit. Auch Fragen zu den Gründen des eigenen Daseins und der Existenz an sich, wurden auf sehr vielschichtig und allumfassende Weise gestellt. Diese Themen beschäftigten etliche schon in jungen Jahren und begleitete sie Zeitlebens.
Dem grundlegenden Gefühl außenvor zu sein. Ein Hadern mit der persönlichen Situation und der eigentlichen Bestimmung. Das Hinterfragen der eigenen Bedeutung und Wirksamkeit. Welches wenig zufriedenstellende Antworten für die Fragestellenden ergab, oder es wurde nur unzureichende Lösungsmöglichkeiten gefunden [14].
Diese Angaben werden auch von weiteren Studien über das Empfinden und Finden von Sinnhaftigkeit und Wohlbefinden von Hochbegabten gestützt.
In einer Langzeitstudie, von der zuvor erwähnten Psychologin und Professorin Tatjana Schnell und weitern Forschenden, wurde untersucht, inwieweit Hochbegabte ihr Leben als sinnvoll und glücklich betrachten. Hier unterschieden sie zwei Gruppe von Hochbegabten. Zum einen befragte sie eine Gruppe von intellektuell Hochbegabten des deutschen und österreichischen Vereins Mensa (eine Mitgliedschaft ist nur mit einen IQ ab 130 möglich). Des weiteren eine Gruppe von Hochleister (akademischen High Performer) und einer Kontrollgruppe aus der allgemeinen Normalbevölkerung, zu ihrem Glücksempfinden und zu Sinnerfüllung.
Während die Personen aus der Gruppe der Normalbevölkerung und Hochleister ein ähnlich hohes Glücks- und Sinnempfinden aufwiesen, unterschied sich die Gruppe der intellektuell Hochbegabten deutlich von ihnen. Diese gaben ein sehr viel niedrigeres Empfinden von Glück und Sinnerfüllung an. Dieser Zustand hatte sich auch vier Jahre später, in der zweiten Befragung, kaum geändert.
Die Forschenden stellten fest, dass es für intellektuell Hochbegabte offenbar schwieriger ist, Sinn in ihrem Leben zu finden und dass das Gefühl von Sinnhaftigkeit in einem starken Zusammenhang zu ihrem Wohlbefinden steht. Folglich haben sie ein höheres Risiko Sinnkrisen zu durchleben [15] [16].
Hieraus lässt sich schließen, dass trotz des offenbar hohen Bedürfnisses nach Sinnhaftigkeit das tatsächliche Verwirklichen von Lebenssinn und somit auch das eng damit verbundene Wohlbefinden und die Lebenszufriedenheit für viele intellektuell Hochbegabte problematisch zu sein scheint. Eigene Ansprüche, Erwartungen und Ideale in den persönlichen Werdegang einbeziehen zu können und sich eine Lebenswelt zu schaffen, die dies abbildet, stellt sie vor Herausforderungen.
Die Bedeutung von Lebenssinn, das Streben danach und welchen Einfluss dieser auf verschiedene Lebensbereiche hat, wird auch von einigen Autoren über Hochbegabung aufgegriffen und beschrieben. Diese verdeutlichen ihre stetige Suche nach Sinn, aber auch ihr häufiges Scheitern.
So auch Andrea Schwiebert in „Kluge Köpfe, krumme Wege?“.
Vom Dilemma Hochbegabter einen passenden Beruf mit Berufung zu finden.
Ihren Schilderungen vom starken Bedürfnis Sinnhaftigkeit im Arbeitsleben zufriedenstellend zu verwirklichen. Den Ernüchterungen, da dieser Versuch allzu oft misslingen. Was sich in einem lückenhaften und wechselreichen Lebenslauf widerspiegelt. Geprägt von Frust, vielen Umbrüchen, instabilen Lebensverhältnissen und Orientierungslosigkeit [17].
Ähnliche Beschreibungen über Unstetigkeit und Suche macht auch Elane Jacobson über das Alltagsleben gewöhnlicher hochbegabter Erwachsener in ihrem Buch „The Gifted Adult: A Revolutionary Guide for Liberating Everyday Genius”.
Über ihre Suche nach Selbstverständnis und Ausdruck, zwischen den Erwartungen und dem Funktionieren müssen des alltäglichen Lebens.
Der Diskrepanz zwischen den eigenen Bedürfnissen, den Versuchen Identität und Orientierung zu finden, in einer Welt, die wenig für sie gemacht zu sein scheint [18].
Aber auch James T. Webb gibt in seinem Buch „Die Suche nach Sinn “ einen Einblick in das Lebensgefühl
und das Erleben der Welt von Hochbegabten.
Er beschreibt eine hohe Form von Idealismus, Sensibilität und intensiver Wahrnehmung. Ein ausgeprägtes Verständnis von Zusammenhängen, aber auch Bewusstsein von gesellschaftlichen Missständen und das Hinterfragen der eigenen und der menschlichen Existenz an sich. Dem starken Bedürfnis Sinnhaftigkeit im Leben zu finden und die Enttäuschung, wenn diese nicht gefunden wird und die eigenen Vorstellungen und Hoffnungen nicht umgesetzt werden können.
Webb beschreibt diese Desillusionierung und empfundene Sinnlosigkeit, als eine sehr leidvolle Erfahrung. Welche zu schweren Lebenskrisen bis hin zur existenziellen Depression führen kann [19].
Lebenskrisen und existentielle Depression durch Sinnleere
Sinnkrisen entstehen durch Orientierungslosigkeit und Sinnleere. Die vier Kriterien für Sinnerfüllung, Kohärenz, Bedeutsamkeit, Orientierung und Zugehörigkeit sind nicht in einem zufriedenstellenden und ausreichenden Maß vorhanden. Das Selbst- und Weltbild wird angezweifelt und gerät ins Wanken.
Für Betroffene kann dieser Zustand als sehr schmerzlich in Erscheinung treten [20].
Der Einfluss von Intelligenz auf das Bedürfnis von Lebenssinn.
Das Streben nach Sinnhaftigkeit steht natürlicherweise in einem engen Zusammenhang mit Denkkapazität. Dem Verständnis von Ursache und Wirkung und der Fähigkeit, viele Informationen und Zusammenhänge in einem großen und komplexen Kontext erfassen zu können.
Das Denken, Verarbeiten von Informationen und Reizen und die Wahrnehmung gehören zu unseren kognitiven Fähigkeiten [21]. Intellektuell Hochbegabte verfügen über sie in einem besonders hohen Maß. Auch beschreiben einige eine starke Sensibilität und auch Emotionalität.
In enger Verbindung mit kognitiven Fähigkeiten steht die Metakognition. Diese wird als das bewusste Denken über das eigene Denken beschrieben [22]. Sie ermöglicht es, Dinge aus der Distanz zu betrachten und verschieden Perspektiven einzunehmen. Auch das Reflektieren über das eigene Bewusstsein, dem eigenen Sein und Existenz.
Es ist wohl dieses Vermögen, die ein intensives Gespür und Erkennen von Lebensrealität schafft. Eine starke Konfrontation mit der Umgebungswelt und Bewusstsein sind anscheinend Gründe für das ausgeprägte Bedürfnis nach existentiellen Themen und Sinnhaftigkeit.
Doch was sind die Gründe für das vermehrte Auftreten von Sinnkrisen bei intellektuell hochbegabten Menschen? Weshalb bereitet das Finden des eigenen Lebenssinns ihnen solche Schwierigkeiten?
Denn trotz des Bedürfnisses einerseits, scheint es schwierig zu sein zufriedenstellende Handlungsmöglichkeiten zu finden. Häufig konnte kein zureichender Umgang und Bewältigungsstrategien entwickelt werden.
Anscheinend bietet unser Bildungssystem hier wenig gezielte Perspektiven, um diese ausbilden zu können.
Aus der oben zitierten Langzeitstudie zum Sinn- und Wohlbefinden Hochbegabter, ging ebenfalls hervor, dass sich viele intellektuell Hochbegabte während ihrer Schulzeit ungesehen fühlten. Zudem haben sie den Eindruck nicht hinreichend Unterstützung und Förderung erhalten zu haben. Dieses Empfinden steht mit ihrem Gefühl von geringer Erfüllung von Sinn im Zusammenhang [15].
Die Psychologinnen Bernadette Vötter und Tatjana Schnell, Urheber dieser Studien, kommen in Anwendung der vier Kriterien für Lebenssinn, Kohärenz, Bedeutsamkeit, Orientierung, Zugehörigkeit, auf die Erfahrungen von intellektuell hochbegabten Erwachsenen auf folgende mögliche Gründe für das Erleben von wenig Sinnerfüllung und Lebenszufriedenheit.
Aufgrund des oft beschriebenen Gefühls „des Anders seins” oder „Außenseiter seins”, was aus vielen Befragungen und Beschreibungen hervor geht, ist anzunehmen, dass sie nur erschwert Zugehörigkeit erfahren.
Zudem eine mangelnde Kohärenz aufgrund einer fehlenden Übereinkunft der Ausgeübten Tätigkeit und den eigenen Fähigkeiten, Neigungen und Vorlieben, was sich aus Umfragen erschloss.
Auch nehmen sie an, dass der Leistungsdruck, der eine Hochbegabtendiagnose mit sich bringt, sich kontraproduktive auf das Gefühl der persönlichen Bedeutsamkeit auswirkt. Da diese bemüht sind, überzogenen Ansprüchen zu genügen, anstatt den eigenen Wünschen zu folgen [23].
Da intellektuelle Hochbegabung recht selten ist, ist es für sie auch schwieriger passende Orientierungsmöglichkeiten zu finden.
Wie kann das Finden von Lebenssinn gelingen?
Die Sinnhaftigkeit des eigenen Wirkens ist ein zentrales Bedürfnis und dient dem eigenen Handeln als Motivation. Zudem ist sie ein sehr präsenter und haltgebender Aspekt im Leben. Das Ausbilden von Visionen und
Tätigkeitsfeldern ist ein wichtiger Bestandteil in der Hochbegabtenförderung. Hier ist Bewusstsein und gezielte Unterstützung bei der Entwicklung von persönlicher Sinnhaftigkeit notwendig. Das Verständnis von Lebenssinn, dessen Eigenschaften und dessen Bedeutung für sich selbst.
Es ist wichtig dies aktiv auf das eigene Leben anzuwenden und zu integrieren. Entscheidend ist, herauszufinden, was die eigenen Quellen sind, aus denen Sinn geschöpft werden kann.
Das Wissen um die persönlichen Werte und Interessen, woraus Sinnhaftigkeit gezogen wird und Kompetenzen auszubilden, die zielgerichtetes Handeln ermöglichen. Es muss ein Betätigungsfeld gefunden und gefördert werden, welches Bezüge des individuellen Lebenssinnes miteinschießt.
Voraussetzung hierfür ist, sich selbst gut zu kennen, Authentizität zu bewahren und sich nicht zu verlieren.
Häufig erschließen sich Interessen und Absichten auch aus der eigenen Lebenswelt heraus. Aus den persönlichen Erfahrungen und Biografie und daraus gewonnener Erkenntnisse. Der Wunsch nach eigener Wirksamkeit und den Willen Veränderungen zu ermöglichen.
Die Erfahrung der eigenen Handlungsmöglichkeiten in Verbindung mit persönlichen Werten und Zielen ist ein bedeutender Antrieb.
Eine starke Identifikation aus deren Motivation heraus Fähigkeiten und Kompetenzen entwickelt werden. Es muss sozusagen eine persönliche Mission gefunden werden!
Oft spielen hier wichtige Bezugspersonen aus dem (nahen) Umfeld eine förderliche Rolle. Vertraute die mit einem auf einer Wellenlänge sind und interessanten Input, Anregung und verschiedene Sichtweisen ermöglichen können. Aber auch moralische, emotionale und soziale Unterstützung geben. Geeignete Vorbilder und Inspiration sind wichtig für die eigene Entwicklung.
Wichtig ist, dass das eigene Schaffen immer in einen größeren Zusammenhang gebracht werden kann. Auch wenn die Wirkungsbereiche als solche sehr unterschiedlich sein können. Eine Form von Idealismus und soziales Engagement, mit dem sich etwas in Gang bringen lässt. Erforschendes, um sich und anderen die Welt etwas begreiflicher zu machen und hilfreiches Wissen generiert. Oder etwas Erschaffendes, im kreativen Bereich, um sich auszudrücken, mitzuteilen und andere Menschen zu berühren und zu bewegen.
Die erwähnte Langzeitstudie zum Sinnempfinden von Hochbegabten stellte zudem fest, dass das Entwickeln einer generativen Einstellung, der Einsatz zum Wohl folgender Generationen, eine wichtige Sinnquelle darstellen kann. Zudem hat sich das Persönlichkeitsmerkmal Selbstkontrolle als unterstützende Eigenschaft erwiesen [23].
Weiter Ressourcen können Selbstmitgefühl, das Ausbilden von Resilienz, persönliche Entwicklung aber auch Freude bei der Arbeit sein [15] [16 [24].
Wichtig ist auch,dass Bildungseinrichtungen, diesen Entwicklungsprozess unterstützen,
Perspektiven bieten und den notwendigen Raum dafür geben. Individuelle Förderung, entsprechendes Wissen, Expertise und Fertigkeiten vermitteln.
Aus den Beschreibungen von Autoren und Studien über den Stellenwert und
Zusammenhang von Lebenssinn und intellektueller Hochbegabung wird folgendes deutlich:
Eine sehr hohe Intelligenz hat Einfluss auf das Sinnerleben und Sinnbedürfnis und
steht im engen Zusammenhang mit Wohlbefinden.
Hier wird auch eine Unterscheidung von Hochleistern und intellektueller Hochbegabung deutlich. Letzter haben wohl einen anderen Zugang zu Sinnhaftigkeit und Wohlbefinden. Dies muss in Lern- und Förderkonzepte mitberücksichtigt werden, da sie sich in ihren Bedürfnissen und Ansprüchen da sie sich von der Gruppe der Hochleister abheben.
Sinnhaftigkeit ist für sie ein Fundamentaler Bestandteil für Antrieb, Motivation und das Finden von Glück. Deshalb ist das Herausbilden, Fördern und Entwickeln von Strategien, Kompetenzen und Handlungsmöglichkeiten, die diese Aspekte miteinschließen von großer Bedeutung.
Zudem spiegelt sich ihr Bedürfnis nach Sinnhaftigkeit in unterschiedlichen Lebensbereichen wider. Nicht nur in beruflicher Hinsicht und dem Ausschöpfen des eigenen Potenzials, sondern ist auch wichtiger Bestandteil in ihrer persönlichen Entwicklung und Gestaltung des eigenen Lebensweges.
Herauszufinden, was für das Sinnempfinden von intellektuell Hochbegabten wichtig ist, ist auch bedeutend, um sie in ihrem Wohlbefinden und mentalen Gesundheit zu unterstützen, da sie nachgewiesenermaßen ein höheres Risiko für Sinnkrisen haben.
Wissen und Bewusstsein darüber ist für Betroffene fundamental um sich Orientieren zu können, was erst Handlung und Zielverfolgung in die für sie richtige Richtung ermöglicht.
siehe auch folgende Beiträge:
Quellenangabe: +
1. Vgl. Schnell T, 2020. Psychologie des Lebenssinnes (2. Aufl.). Springer, Berlin. S.35
2. Vgl. Duden Ethnologie, 1989. zitiert nach Schnell, 2020. S.35
3. Vgl. Schischkoff 1991. zitiert nach Schnell, 2020. S.36
4. Vgl. Schnell, 2020. S.37
5. Vgl. Schnell T, 2009. Sheldon und Kasser 1994. zitiert nach Schnell, 2020. S.39-40
6. Vgl. Emmons 1996; Heintzlmann et al. 2013. zitiert nach Schnell, 2020. S.40
7. Vgl. Bandura 1997; Grant 2008. zitiert nach Schnell, 2020. S.40
8. Vgl. Emmonos 2005; Schnell 2009; Wong 1998. zitiert nach Schnell T, 2020. Schnell, 2020. S.40- 41
9. Vgl. Yalom 2010. Schnell, 2020. S.41
10. Vgl. Schnell T, 2009, 2012. zitiert nach Schnell, 2020. S.41
11. Vgl. LeBe, Schnell und Becker 2007; Schnell 2009. zitiert nach Schnell, 2020. S.41-42
12. Vgl. Schnell, 2020. S.42
13 Vgl. Heil C, 2021. Höchstbegabte Erwachsene. Ihr persönliches Erleben der Begabung und ihre Erfahrung mit Psychotherapie, Abgerufen am 21.01.2026, https://www.psychotherapie-heil.de/publikationen. S. 35ff.
14. Vgl. Heil C, 2021. Höchstbegabte Erwachsene. Ihr persönliches Erleben der Begabung und ihre Erfahrung mit Psychotherapie, Abgerufen am 21.01.2026, https://www.psychotherapie-heil.de/publikationen. S.52f.
15. Vgl. Pollet E, Schnell T, 2017. Brilliant: But What For? Meaning and Subjective Well-Being in the Lives of Intellectually Gifted and Academically High-Achieving Adults. Journal of Happiness Studies, 8, 1459–1484, Abgerufen am 12.01.2026, https://link.springer.com/article/10.1007/s10902-016-9783-4
16. Vgl. Vötter B, Schnell T, 2019a. Cross-Lagged Analyses Between Life Meaning, Self-Compassion, and Subjective Well-being Among Gifted Adults, 10, pages 1294–1303. Abgerufen am 12.01.2026, https://link.springer.com/article/10.1007/s12671-018-1078-x
17. Vgl. Schwiebert A, 2019. Kluge Köpfe, krumme Wege? Junfermann Verlag, Paderborn.
18. Vgl. Jacobson M-E, 1999. The Gifted Adult: A Revolutionary Guide for Liberating Everyday Genius. Random House, New York.
19. Vgl. Webb JT, 2020. Die Suche nach Sinn. Intelligenz im Spannungsfeld von Idealismus, Desillusion und Hoffnung. Hofegrefe, Bern.
20. Vgl. Schnell, 2020. S.42-43
21. Vgl. Wirtz A M. Dorsch Lexikon der Psychologie. Kognitive Psychologie. Abgerufen
am 21.01.2026, https://dorsch.hogrefe.com/gebiet/kognitive-psychologie#search=750116f03c48d1858087f46d87894569&offset=0
22. Vgl. Wirtz A M. Dorsch Lexikon der Psychologie. Metakognition. Abgerufen am 19.01.2026, https://dorsch.hogrefe.com/stichwort/metakognition
23. Vgl. Vötter B, Schnell T, 2019b. Bringing Giftedness to Bear: Generativity, Meaningfulness, and Self-Control as Resources for a Happy Life Among Gifted Adults, 10. Abgerufen am 12.01.2026.
24. Vgl. Vötter B, 2020. Crisis of Meaning and Subjective Well-Being: The Mediating Role of Resilience and Self-Control among Gifted Adults. Behavioral Sciences, Abgerufen am 21.01.2026, https://doi.org/10.3390/bs10010015
